zur
legende
  der mops von winnenden

der winnender mops aus dachlatten

ein projekt (nicht nur) zur weihnachtszeit

von michael schützenberger     zur homepage


   

   ausgehend von der initiativen grundidee
   der lokalredaktion der zeitung in winnenden bei stuttgart,
   insbesondere von frau redakteurin barbara pieneck :

          "das mopsjahr" 2004/05


bild
von
dr. wolfgang hilt
 

april 2004

den mops von winnenden, auch als "türkenmops" bekannt, aus dachlatten nachbauen zu wollen
entbehrt nicht einer gewissen portion ironie - einer portion,
die ausreichen dürfte, der idee hintergründige gedanken zu unterstellen.

der mops ist ein hund ist ein tier ist ein lebewesen,
von gott geliebt und beseelt, wie wir hoffentlich alle.
und wenn die winnender zeitung ein jahr des huhns ausruft,
dann können wir einfach ein event veranstalten und basta.
der hund kann ja nichts dafür.

jedoch erst verbesserungswürdiges und kritisierbares reizt uns
aus einer idee ein kunstwerk zu machen.
also machen wir uns gedanken:

dass wir zivilisierten westeuropäer unsere haustiere mehr lieben als unsere kinder
steht in jeden sozialkritischen artikel und läßt sich auch gut nachvollziehen.
und auch ich bin der meinung, im tier begegne uns oft der bessere mensch;
weshalb dem mops nicht nur ein denkmal, sondern sogar ein großes gebührt.

für winnender ist der mops anekdote und pädagogische anschauung,
für fremde mag dieser ausgefallene hund ein art wappentier sein,
für das globale dorf, sprich die welt sind wir der winnender mops.

wichtiger als die frage nach dem mops und ob ein solcher kunst sein könnte,
ist die frage nach der kunst überhaupt. und wozu kunst!

seitdem das schicksal mich vor über vier jahrzehnten nach winnenden spülte
hat sich in dieser gemeinde naturgemäß einiges verändert:
zumindest zum teil ist dieser ort der welt heimat für uns zugezogene geworden.
nicht mehr die ursprüngliche rurale bevölkerung allein
und nicht mehr der pietistische lebenswandel bestimmen das gemeindewesen;
sondern wir sind längst im regionalverband der stuttgarter umgebung aufgegangen,
ein fleck im weichbild einer großstadt, mitsamt unseren fremden und sonderlingen,
eine im weltweiten zusammenhang gesehene sehr, sehr wohlhabende gegend.
mildes verregnetes klima, bescheidener wein guter qualität, nette verstockte leute.
wieso fällt mir da der mops wieder ein...

im straßencafe sitzend, tagsüber und bei sonnenschein
werden wir nicht mehr als taugenichtse bezeichnet
und träumen davon, wieviel leichter unser leben geworden ist,
wie schön die restaurierten fachwerkhäuser aussehen,
wie die fußgängerzonen veröden,
wie beratungsresristent unsere stadtverwaltung in ästhetischen fragen
herrisch und ökonomisch korrekt regiert...
und ob das alles nicht bald wieder anders wird?
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jeff koons

bilbao, 2000
guggenheim




zur konzept-kunst

 

doch zurück zum mops -
warum aus dachlatten?
   seit jeff koons vor dem guggenheim museum (frank o. gehry) in bilbao
einen 12 meter hohen mops aus lebenden blumen geschaffenen hat,
scheint alles möglich.
warum nicht dachlatten ?!
ein einfaches, zerbrechliches und ehrliches material.
einfach und existentiell bedroht, wie der ehrliche, treue hund,
der, der sage nach, nach vielen tagen und wahrscheinlich nach vielen anstrengungen
zurück in seine heimat, zu uns nach winnenden fand.

ob das wohl stimmt?
natürlich schätzen wir das happy-end,
als aufgeklärte mitteleuropäer mißtrauen wir dem aber auch.
ob das wohl gut geht?

wie so oft zählt nicht nur die vollbrachte tat (schön wär's ja, wenn uns alles gelänge),
sondern die idee!
ein kunstwerk schöpft seine kraft in erster linie aus dem gedanken,
wenn sich dieser realisieren lässt - glück gehabt!
wenn nicht,
bleibt uns das bewusstsein aus dem sich jede entwicklung, forschung,
jeder beginn, jedes unternehmen, jeder traum speist:

wir wissen nicht, ob wir erfolg haben werden,
   aber wir versuchen es trotzdem!
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(( november 2004

1. aus der vagen vorstellung entstand mit hilfe der modernen technik
bereits ein erste virtuelle bilder.

12-meter-mops ein riese auf dem marktplatz winnenden
digitale bilder von dr. wolfgang hilt (wissenschaftler und künstler)

mohren-kopf-mops kinder aus der jugendkunstschule winnenden gestalten möpse aus negerküssen;
ein projekt von andrea demmel

2. im dezember werden aus verschiedenen häusern in der marktstraße in winnenden
nach einbruch der dunkelheit lichtbilder auf die jeweils gegenüberliegenden fassaden geworfen.
möpse und mopskunstwerke.

3. weiterhin geplant ist, während verschiedenen aktionen teilstücke einer großplastik anzufertigen,
die zusammengesetzt schließlich im komenden frühjahr einem sitzenden hund weitestgehend ähneln kann.
dieses gebilde könnte in der funktion einer hütte als marktstand dienen.
andernfalls wird sie rituell zu einem noch näher zu bestimmenden termin und ort verbrannt.

für diese konstruktion werden noch benötigt.
- holzbretter (abbruch?), latten
- kappsäge, schrauben, schrauber
- malergerüst
- kranwagen zur montage
- helfer ))
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((oktober 2005

in der zwischenzeit hat sich eine gruppe von geschäftsleuten aus der stadt
mit dieser idee beschäftigt und ein gut bekanntes marketing-konzept drumherum gestrickt.

die cowparade, der ulmer spatz, der berliner bär,
die stuttgarter schweinchen in der calwerstrasse und so fort...
neulich benützten die stadtwerber der benachbarten kreisstadt,
in ermangelung einer besseren idee, das gute alte herzsymbol als einfallsreich geformte leinwand
fuer künstlerischer ergüsse zugunsten der öffentlichen aufmerksamkeit...()

1998 fand die erste cowparade in zürich statt.
so schreiben alle nachfolger - interessanterweise findet sich kein originalbericht
oder original aufnahme von dem ursprünglichen event!
- das macht neugierig -

die beste seite, die bisher gefunden wurde:
http://prague.cowparade.com/general/pascal/  

den meisten davon abgeleiteten derartigen projekten fehlt der grundsätzliche humor
und die unaufdringlichkeit bez&uuuml;glich des kommerzes.

wir sind gespannt, wozu die kulturelle beratung des vereins zur steigerung der attraktivität führen wird.

etwas stutzig macht mich:
- der gute zweck (der vorab ausgesprochen, aber undefiniert ist)
- das künstlerische gewusst-wie der gutachter (sollte beuys doch recht gehabt haben?)
- und die "kunststudenten" der ausführenden firma (ob die auch bezahlt werden?)
ausserdem
- wie künstler, architekten, designer und hobbyisten unseren lebensraum möblieren,
 grenzt manchmal an körperverletzung und sollte gut überlegt werden.
(davon sind auch die arbeiten und machwerke des autors nicht ausgeschlossen.)
))

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